Wer aus Russland, Kasachstan, Belarus oder einem anderen russischsprachigen Land nach Deutschland zieht, merkt schnell: Ohne übersetzte Dokumente geht kaum etwas. Standesamt, Ausländerbehörde, Arbeitgeber, Hochschule, Krankenkasse, Führerscheinstelle. Fast jede Stelle verlangt Nachweise, und fast jeder Nachweis liegt zunächst auf Russisch vor.

Damit der Start in Deutschland nicht an Formalitäten scheitert, lohnt es sich, die Übersetzungen von Anfang an richtig zu planen. Ein erfahrener Übersetzer Russisch Deutsch kennt nicht nur beide Sprachen, sondern auch die Anforderungen deutscher Behörden.

Welche Dokumente typischerweise gebraucht werden

Die genaue Liste hängt vom Anlass ab, doch bestimmte Unterlagen tauchen immer wieder auf:

  • Geburtsurkunden der ganzen Familie;
  • Heirats- und Scheidungsurkunden;
  • Inlandspässe und Namensänderungsbescheinigungen;
  • Schul- und Hochschulzeugnisse mit Fächer- und Notenlisten;
  • Arbeitsbücher und Arbeitszeugnisse;
  • Führerscheine.

Für die meisten amtlichen Zwecke reicht keine einfache Übersetzung. Behörden verlangen in der Regel eine beglaubigte Übersetzung, die von einem in Deutschland vereidigten oder ermächtigten Übersetzer angefertigt und mit Stempel und Bestätigungsvermerk versehen wird.

Die Schreibweise der Namen

Russische Namen werden aus dem kyrillischen Alphabet in lateinische Buchstaben übertragen. Dafür gibt es verschiedene Systeme. Im Reisepass steht vielleicht Iuliia, in einer älteren Urkunde Julija, in einem Schulzeugnis Yulia. Für deutsche Behörden kann das zum Problem werden, denn sie müssen sicher sein, dass es sich um dieselbe Person handelt.

Die wichtigste Regel lautet deshalb: Alle Übersetzungen sollten die Schreibweise aus dem aktuellen Reisepass verwenden. Ein guter Übersetzer fragt danach und vermerkt bei Bedarf die wissenschaftliche Transliteration nach ISO-Norm zusätzlich. So bleiben alle Dokumente eindeutig zuzuordnen.

Geburtsurkunden und Familiendokumente

Beim Standesamt, bei der Anmeldung von Kindern in Schule und Kita oder bei der Beantragung von Kindergeld wird fast immer die Geburtsurkunde verlangt. Wer seine Geburtsurkunde übersetzen lassen möchte, sollte gleich mehrere beglaubigte Exemplare bestellen. Viele Behörden behalten die vorgelegte Übersetzung ein, und eine Nachbestellung kostet Zeit.

Bei sowjetischen Urkunden ist besondere Sorgfalt nötig. Ortsnamen haben sich seitdem oft geändert, Republiken existieren nicht mehr, und manche Einträge sind handschriftlich. Der Übersetzer überträgt den Inhalt so, wie er im Dokument steht, und kann in einer Anmerkung erklären, wie ein Ort heute heißt.

Der Führerschein aus dem Ausland

Ein russischer Führerschein gilt in Deutschland nur für eine begrenzte Zeit nach der Wohnsitznahme, in der Regel sechs Monate. Danach muss er umgeschrieben werden. Für die Führerscheinstelle ist dann häufig eine Übersetzung nötig. Es empfiehlt sich, den Führerschein übersetzen lassen frühzeitig zu planen, da Termine bei den Behörden oft Wochen im Voraus vergeben werden.

Zeugnisse und Berufsabschlüsse

Wer in Deutschland arbeiten oder studieren möchte, braucht meist eine Anerkennung seiner Abschlüsse. Dazu gehören Diplome, Notenlisten und manchmal auch detaillierte Lehrpläne. Diese Dokumente sind oft umfangreich, und die Fachbegriffe der russischen Bildungssysteme haben nicht immer eine direkte deutsche Entsprechung. Ein Fachübersetzer wählt Bezeichnungen, die für deutsche Prüfstellen verständlich sind, und lässt die Originalbegriffe bei Bedarf in Klammern stehen.

Informationen zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen und zu Integrationsangeboten bietet unter anderem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Apostille und Legalisation

Manche Behörden verlangen nicht nur eine Übersetzung, sondern auch einen Echtheitsnachweis für das Originaldokument. Bei Staaten, die dem Haager Apostille-Übereinkommen beigetreten sind, geschieht das durch eine Apostille. Wichtig ist die Reihenfolge: Zuerst wird die Apostille auf dem Original angebracht, danach wird das Dokument samt Apostille übersetzt. Wer diese Reihenfolge vertauscht, muss unter Umständen zweimal bezahlen.

In die andere Richtung: Deutsch Russisch

Auch der umgekehrte Weg ist häufig. Deutsche Urkunden, Gerichtsentscheidungen oder Vollmachten werden für Behörden in russischsprachigen Ländern benötigt. Unternehmen lassen Verträge, Bedienungsanleitungen und Websites ins Russische übertragen. Ein Deutsch Russisch Übersetzer achtet dabei auf die Anforderungen des Ziellandes, die sich von den deutschen Vorgaben deutlich unterscheiden können.

Praktische Tipps für die Vorbereitung

Einige Schritte erleichtern den Ablauf erheblich:

  • Gut lesbare Scans aller Seiten bereitstellen, auch der Rückseiten mit Stempeln.
  • Die Passschreibweise aller Namen mitteilen.
  • Angeben, bei welcher Behörde die Übersetzung vorgelegt wird.
  • Klären, ob die Behörde das Original zusammen mit der Übersetzung sehen möchte.
  • Ausreichend Zeit einplanen, besonders bei umfangreichen Zeugnissen.

Kosten und Bearbeitungszeit

Die Preise für beglaubigte Übersetzungen richten sich meist nach Umfang und Schwierigkeit des Dokuments. Standardurkunden wie Geburts- oder Heiratsurkunden werden häufig zu Pauschalpreisen angeboten. Umfangreiche Zeugnisse oder Verträge werden nach Zeilen oder Wörtern berechnet. Die Bearbeitungszeit liegt bei einfachen Urkunden oft bei wenigen Werktagen. Wer es eilig hat, sollte nach einem Expressservice fragen.

Häufige Fehler, die Zeit kosten

In der Praxis sind es oft Kleinigkeiten, die einen Antrag verzögern. Ein häufiger Fehler ist es, nur die Vorderseite einer Urkunde scannen zu lassen, obwohl auf der Rückseite ein Stempel oder ein Vermerk steht. Die Behörde bemängelt dann eine unvollständige Übersetzung. Ebenso problematisch sind Fotos mit Schatten, abgeschnittenen Rändern oder unscharfen Ziffern.

Ein weiterer Stolperstein sind Übersetzungen, die im Herkunftsland angefertigt wurden. Sie werden in Deutschland oft nicht anerkannt, weil der Übersetzer hier nicht vereidigt ist. Wer bereits Übersetzungen aus Russland oder Kasachstan besitzt, sollte vorab bei der zuständigen Stelle nachfragen, ob diese akzeptiert werden. Im Zweifel ist eine neue beglaubigte Übersetzung durch einen in Deutschland ermächtigten Übersetzer der sicherere Weg.

Schließlich lohnt es sich, Kopien aller Übersetzungen sorgfältig aufzubewahren. Viele Dokumente werden im Laufe der Jahre mehrfach benötigt, etwa bei der Einbürgerung, bei einer Heirat oder beim Wechsel des Arbeitgebers.

Fazit

Russische Dokumente für deutsche Behörden zu übersetzen ist keine Hexerei, erfordert aber Sorgfalt und Erfahrung. Einheitliche Namensschreibweisen, beglaubigte Übersetzungen und eine gute Planung sorgen dafür, dass Anträge zügig bearbeitet werden. So bleibt mehr Energie für das, was wirklich zählt: das neue Leben in Deutschland.